»Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind eine gute Idee. Aber wo und wie anfangen?«
Das hören wir häufig. Und ganz klar: Für den gezielten Einstieg in die Nachhaltigkeit und vor allem das erfolgreiche Weitermachen braucht es verlässliche und praxistaugliche Leitlinien.
Vielfalt & Augenhöhe
Zusammen mit den Kulturtätigen Ostfrieslands möchte sich das KIO-Projekt auf die Suche machen. Die Kultur soll sich ihren eigenen Klima-Leitfaden zusammenstellen. Eine Mischung aus unabdingbaren »Basics« und realistischen »Visionen« für eine zukunftsfähige Entwicklung; auf Basis guter regionaler Beispiele, die wir uns zum Vorbild nehmen und mit denen wir uns direkt vor Ort austauschen wollen, um die wertvollen Erfahrungen sichtbar und für alle nutzbar zu machen.
Praxistauglichkeit und Pragmatismus stehen dabei im Vordergrund. Und die Überzeugung, dass in der gemeinsamen Erarbeitung der Schlüssel zur späteren Umsetzung liegt. Als partizipativer, gleichberechtigter Prozess, bei dem gerade auch der Weg das Ziel ist. Das KIO-Projekt strukturiert bloß den groben Ablauf. Zusammen beantworten wir die Frage: Was braucht Ostfrieslands Kultur und was funktioniert in Ostfrieslands Kultur in puncto Nachhaltigkeit und Klimaschutz?
Verlässlichkeit & Mehrwert
Am Ende steht nicht ein weiteres abstraktes Kompendium für richtiges Klima- und Nachhaltigkeitshandeln im Kulturbereich, sondern verlässliche Leitlinien, die auf regionalen Erfahrungen fußen und an hiesigen Bedürfnissen ausgerichtet sind. Und mit denen sich alle Kulturtätigen identifizieren können, weil sie in einem offenen Prozess daran mitgewirkt haben.
Unser gemeinsames Tun machen wir dabei laufend sichtbar (PR/Social Media), um größtmögliche Offenheit und Sichtbarkeit nach außen zu ermöglichen – gerade auch für diejenigen, die sich hier so wertvoll engagieren. Alle regelmäßig Teilnehmenden dürfen sich hinterher mit Fug und Recht als Ostfrieslands Experten für nachhaltige Kultur verstehen. Darauf gibt es von uns sogar Brief und Siegel.
Schulungen & Workshops
Für den Klima-Leitfaden haben wir 7 Handlungsfelder identifiziert, denen wir uns gemeinsam widmen wollen. Dafür wird es 7 Thementage mit einer kostenlosen Experten-Schulung am Vormittag und einem Workshop-Teil am Nachmittag geben. Dazwischen ein gemütliches Mittagessen für den lockeren Austausch und eine thematische Führung durch unsere gastgebende Kultureinrichtung (wechselnd und jeweils passend zum Thema des Tages).
Für die Schulungen am Vormittag laden wir erfahrene Experten ein, die uns grundlegend zu den einzelnen Themen informieren und beraten werden. Dieser Teil kann auch unabhängig vom gesamten Leitfaden-Prozess besucht werden. Für den (nahezu) vollständigen Besuch der Schulungsformate erhalten die Teilnehmenden/teilnehmenden Einrichtungen dann ein Zertifikat im Namen des KIO-Projekts, das ihr Engagement anerkennt und sie als allgemein geschulte Fachleute ausweist.
Die Workshops am Nachmittag widmen sich dann intensiv der Reflexion der Schulungsinhalte und deren Überführung »ins Ostfriesische«. Hier entsteht der eigentliche Ertrag für Ostfriesland Kultur. Eine konstante Kerngruppe von 10 bis 15 Kulturtätigen (ggf. situativ erweiterbar) greift die Impulse von Experten, Hinweise aus anderen Leitfäden und vor allem die jeweiligen Erfahrungswerte vor Ort auf und bindet dies zu etwas Neuem zusammen. Etwas, das in Ostfriesland funktioniert und Ostfrieslands Potentiale aufgreift.
Am Ende soll ein Baukasten entstehen, aus dem sich jede/r Kultureinrichtung/-tätige für die eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten den passenden Maßnahmenkatalog zusammenstellen kann. Denn nicht alle brauchen oder können alles gleichermaßen.
Die 7 Themen im Einzelnen:
1. Einstieg in die Nachhaltigkeit: Wieso? Weshalb? Warum? | 25. Februar 2026 | Theater Lazarett Aurich >>> Nachlese <<<
Prof. Dr. Hennig Austmann von der Akademie des Wandels ist Transformationsforscher und zeigt uns auf, warum nachhaltiges Bewusstsein und dementsprechendes Handeln sinnvoll ist, wenn wir eine positive Zukunft gestalten wollen. Das Theater Lazarett ist dafür der perfekte Ort – ein Ort der Bilder. Und Bilder brauchen wir, um uns ein nachhaltiges Miteinander vorstellen zu können.
2. Energie, Wasser & Co.: Alles fließt. | 23. April 2026 | Park der Gärten Bad Zwischenahn >>> Nachlese <<<
Die Energie- und Klimaschutzexpertin Sabine Jellingshaus (Klimaschutzberatung Jellinghaus & Dahm GmbH) nimmt mit uns all die kleinen Stellschrauben und großen Räder in den Blick, mit denen wir unseren ökologischen Fußabdruck kontrollieren können. Und das mit System. Der Park der Gärten tut genau das schon seit vielen Jahren und ist deshalb der perfekte Ort für dieses Thema. Auch, weil dort immer wieder Neues unternommen wird. Wir schauen uns den gerade fertig gestellten Musterpark für den Klimaschutz an.
3. Einkaufen, Verpflegen & Entsorgen: Denken in Kreisläufen. | 24. Juni 2026 | Naturschutzhof Wittmunder Wald >>> Nachlese <<<
Leben und Wirtschaften verbraucht Ressourcen. Wieviel davon, bestimmt den Grad der Nachhaltigkeit. Wir haben es also in der Hand, möglichst schonend und damit zukunftsfähig mit unserem Planeten umzugehen. Mareike Hantschel und Dr. Jonas Hummel vom Verein Zircula erproben in Bremerhaven mit dem WERK echte Kreislaufwirtschaft im Kulturbereich und nehmen uns – sprichwörtlich wie konkret – an die Hand auf dem Weg zu mehr Ressourcenschonung. Danach zeigt Wolfgang Schuy von Slow Food Ostfriesland auf, wie sehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz mit unserer Ernährung schon auf dem Teller beginnt. Frei nach dem Motto »Du bist, was Du ist«.
4. Mobilität & Reisen: Der Weg ist das Ziel. | 2. September 2026 2026 | Kulturbrennerei Doka e.V. (Marktpavillon Norden)
Mobilität erzeugt den größten Teil unserer Emissionen im Kulturbereich aus. 60%. Sei es nun die Anreise des Publikums oder der Transport von Material und Mitarbeitenden. Aber gerade im ländlichen Raum ist es schwierig, von diesem Wert wegzukommen. Kreativität und individuelle Lösungen sind gefragt. Vielfach aber auch Ansätze auf höherer Ebene. Dr. Anne-Kathrin Schwab und Prof. Rainer Schwerdhelm vom Projekt 4N stellen uns ihre Forschungen in Ostfriesland vor und überlegen mit uns zusammen, was sich davon wie realisieren lässt.
5. Veranstalten: Das Publikum nachhaltig beeindrucken. | 27. Oktober 2026 | Zollhaus Leer
6. Klimawandelanpassung: Dritte Orte schaffen. | 23. November 2026 | Schloss Evenburg Leer
7. Klimakommunikation. Mehr als nur vom Wetter reden … | Januar 2027 | Kunsthalle Emden
Die Schulungen (inkl. Mittagessen) finden immer von 9.30 Uhr bis ca. 14 Uhr statt. Die Workshops im direkten Anschluss bis ca. 17 Uhr.
Wer kann mitmachen?
Alle Kulturtätigen aus Ostfriesland – egal ob hauptamtlich oder ehrenamtlich tätig. Wir wollen das gesamte kulturelle Spektrum abdecken. Auch kulturnahe Interessierte aus Tourismus oder Verwaltung sind herzlich willkommen.
Interesse? Anmeldung jederzeit!
Jetzt sind Sie gefragt! Wenn Sie an den Schulungen und – noch besser! – auch an den Leitfaden-Workshops teilnehmen möchten, melden Sie sich direkt bei uns an.
Die Teilnahme ist kostenlos. Für Fragen stehen wir jederzeit zur Verfügung.
Alle Infos zum Leitfaden-Prozess in Kurzform zum Download finden Sie hier.
Den gesamt Prozess und insbesondere die Workshops am Nachmittag führen wir zusammen mit Gerke Halvaie durch. Gerke ist systemischer Moderator, Partizipationsspezialist, Zukunftsgestalter. Und Ostfriese! Er kennt sich mit solchen Prozessen aus, weil er ähnliche Projekte bereits im Raum Cuxhaven und in Bonn erfolgreich gestaltet und begleitet hat. Er ist erreichbar unter Gerke.Halvaie@posteo.de.
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Abbildungen oben: Pexels/Canva Germany (verändert); Gerke Halvaie (Foto: Patrick Senner/Theater Lazarett)


































![Erika Willers, [Blick vom Strand Hilgenriedersiel nach Norderney], 2024. Erika Willers, [Blick vom Strand Hilgenriedersiel nach Norderney], 2024.](https://kultur.ostfriesischelandschaft.de/wp-content/uploads/sites/6/2025/04/erika-willer-2024-254x254.jpg)














